IN SEIN: informieren - sensibilisieren - intervenieren.

Projektinhalte

Mobbing, Gewalt an Schulen… sind medial präsente Themen, Lehrer und Lehrerinnen fühlen sich diesen Herausforderungen oft nicht gewachsen. Vermehrt kommen Anfragen von Schulen an unser Institut, in denen um Unterstützung und Fortbildung im Bereich der überfachlichen Kompetenzen angesucht wird. Zwei Drittel aller diesbezüglichen Auffälligkeiten im Schulbereich (731 Fälle im Schuljahr 2017/18) in OÖ (Cybermobbing, situationsinadäquates Verhalten, mangelnde soziale und emotionale Kompetenzen) sind in der Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler zu lokalisieren, die zur Sekundarstufe 1 (NMS, AHS-Unterstufe) gehören. Die diesbezüglichen Anmeldegründe in der Schulpsychologie der BD OÖ verzeichnen in den letzten 5 Jahren einen Anstieg um 14%. Die PH-OOE bietet bereits unterschiedliche Angebote zu diesen Herausforderungen: Neue Autorität, Systemisches Aggressionsmanagement, Lions Quest, Friedensstifter…. 

Lernen kann nur dann gelingen, wenn es in einer lernförderlichen Atmosphäre passiert, die von Wertschätzung und Ehrlichkeit geprägt ist. Angst verhindert Lernen. Unsere Leitidee dazu ist, dass diesem Thema als Schulentwicklungsthema der nötige Raum eingeräumt wird, dass maßgeschneiderte Maßnahmenpakete zum Einsatz kommen, dass standortspezifische Konzepte ausgearbeitet werden, die das Lernen der Kinder unterstützen und gleichzeitig die überfachlichen Kompetenzen fördern. Mit der Entwicklung dieses Projekts liegt der Fokus auf der Prävention (vorbeugen statt reparieren), auf der systemischen Entwicklung von Schulen, vor allem auf der Entwicklung des Umgangs der in diesem System agierenden Menschen, auf Nachhaltigkeit.
Das Projekt ist für 20-25 Schulen in Oberösterreich geplant. Die Durchführung findet einerseits am Schulstandort der ausgewählten Schulen statt, da diese das unmittelbaren Lern-, Tätigkeits- und Begegnungsfeld der Zielgruppen darstellt. Andererseits werden für die am Projekt beteiligen Lehrpersonen Begleitveranstaltungen an der Pädagogischen Hochschule geboten. Nach einer Bedarfserhebung bzw. Diagnose an der jeweiligen teilnehmenden Schule wird begleitet durch Prozessberater*innen eine konkrete Umsetzungsarbeit (Präventionsmaßnahmen, Interventionen) auf den möglichen Ebenen a.) Lehrer*innen-Lehrer*innen, b.) Schüler*innen - Schüler*innen, c.) Schüler*innen - Lehrer*innen oder d) Ebene Schule - Eltern geplant. In der anschließenden Umsetzungsphase werden die Schulen durch multipfoessionelle Teams der Hochschule und/oder den Projektpartnern (Institut für Gewalt- und Suchtprävention, Bundeszentrum für Inklusive, Kinder- und Jugendanwaltschaft u.a.) unterstützt und begleitet Methodisch berücksichtigt das Projekt folgende Aspekte (vgl. Lipowsky 2012):
1. Schulinterne Fortbildung muss eingebettet sein in ein schulisches Fortbildungskonzept; 2. Schulinterne Fortbildung bedarf formalisierter Organisationsstrukturen; 3. Das Kollegium entscheidet mit über Ziele und Inhalte; 4. Dauer und Zeit; 5. Vertiefung des didaktischen und diagnostischen Pädagoge*innenwissen; 6. Schulinterne Fortbildung muss individuelle Bedürfnisse aufgreifen, aber auch über sie hinausgehen, um nachhaltig zu wirken; 7. Schulinterne Fortbildung sollte schulinterne Ressourcen nutzen und Anregungen von außen erhalten; 8. Professionelle Lerngemeinschaften; 9. Schulinterne Fortbildung bedarf der Evaluation ihrer Ergebnisse

Projektnummer

3077

Projektkategorie

Praxisorientiertes Projekt

Organisationsname

Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Kaplanhofstraße 40, 4020 Linz
https://ph-ooe.at

Kontakt

Mag. Thomas Wahlmüller
+43 732 7470-0
+43 732 7470-3090
office@ph-ooe.at

Projektstart

Projektende

Projektstatus

laufend