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Intersektorale, nationale und internationale Vernetzung, Kooperationen, Drehscheibe

Der FGÖ versteht sich als vernetzende Organisation und legt als nationales Kompetenzzentrum und Drehscheibe für Gesundheitsförderung besonders großes Augenmerk auf Networking, Austausch und Abstimmung in diesem Bereich sowie auf die Weiterentwicklung der nationalen, intersektoralen und internationalen Zusammenarbeit. Der FGÖ unterstützt finanziell oder personell nationale Koordinations- und Servicestellen und setzt national, intersektoral und international zahlreiche Vernetzungsaktivitäten um.

Foto: © Kudryashka / AdobeStock

Grafik eines Baums mit vielen Vögeln

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Mit der „Agenda Gesundheitsförderung“ wurde seitens des BMSGPK ein wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftweisenden Entwicklung der Gesundheitsförderung in Österreich gesetzt. In einem eigenen Rahmenarbeitsprogramm 2024-2028 sind deren programmatische Ausrichtung und deren Zusammenspiel mit dem FGÖ festgelegt. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind:

  • Psychosoziale Gesundheit
    • Psychosoziale Gesundheit und Wohlbefinden junger Menschen
    • Kommunale Rahmenbedingungen für psychosoziale Gesundheit und Teilhabe älterer Menschen
       
  • Partizipation und soziale Teilhabe
    • Gesundheitsförderung und Chancengerechtigkeit durch Beteiligung
    • Chancengerechtigkeit im Gesundheitssystem
       
  • Gesundheitskompetenz
    • Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und von Angehörigen der Gesundheitsberufe
    • Gesundheitsfördernde und gesundheitskompetente Gesundheitseinrichtungen
       
  • Klima und Gesundheit
    • Klimaresilienz des Gesundheitssystems
    • Klimaneutrales Gesundheitswesen
    • Gesundes und klimafreundliches Leben


Damit sollen die strategische Stärkung und die nachhaltige Etablierung von Gesundheitsförderung als zentrale Elemente der Gesellschaft und als wesentliche Ergänzungen zum österreichischen Gesundheits- und Versorgungswesen erreicht werden.

Hierfür wurden drei Kompetenzzentren eingerichtet, die organisatorisch in der GÖG angesiedelt sind:

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Sowohl der FGÖ als auch die Agenda Gesundheitsförderung sind gesetzlich in der GÖG verankert und zielen auf eine umfassende Umsetzung der Gesundheitsförderungsstrategie ab. Sie sind nun über das Kuratorium des FGÖ, das dabei unterschiedliche Aufgaben wahrnimmt, auch strategisch verbunden: Einerseits hat das Kuratorium die Rahmenkompetenz für die Agenda Gesundheitsförderung, andererseits entscheidet es über die Mittelverwendung und die Durchführung von Maßnahmen und Initiativen gemäß Gesundheitsförderungsgesetz (GfG, RIS 2024) im Wirkungsbereich des FGÖ.

Der FGÖ fokussiert primär auf die nationale Umsetzungsperspektive, insbesondere durch die Implementierung umfassender settingorientierter Gesundheitsförderungsprogramme zur Förderung innovativer, praxisorientierter Projekte mit begleitenden Maßnahmen wie Fort- und Weiterbildung, Vernetzung oder Wissenstransfer. Die Programme setzen an Lebenswelten und multiplen Einflussfaktoren auf Gesundheit an und verfolgen damit einen umfassenden Health in All Policies (HiAP)-Ansatz.

In der Agenda Gesundheitsförderung werden Themenstellungen in Ergänzung zu Beauftragungen und Förderungen durch eigene konzeptionelle, wissenschaftliche und strategische Arbeiten sowie innovative Entwicklungen, Pilotierungen und Projekte bearbeitet und umgesetzt. Die Ergebnisse dieser Aktivitäten stehen wiederum dem FGÖ uneingeschränkt zur Verfügung und fließen in weiterer Folge in seine Aktivitäten ein, v.a. in die Ausschreibungen von Förderprogrammen und deren Begleitmaßnahmen. Gleichzeitig werden Erfahrungen aus FGÖ-Projekten mit innovativem Charakter in der Agenda Gesundheitsförderung genutzt. Der synergetische, wechselseitige Austausch von Wissen, Expertise und Praxiserfahrungen erfolgt kontinuierlich über gemeinsame Formate wie Netzwerke und Plattformen und mündet z. B. in gemeinsamen neuen Standards, Partizipationsmöglichkeiten oder in der Gestaltung des Bildungsnetzwerkangebots des FGÖ.

Die Mittel der Agenda Gesundheitsförderung ermöglichen zudem spezielle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im nationalen und internationalen Kontext zu aktuellen, sowie zukunftsträchtigen Themen der Gesundheitsförderung. Diese liefern dem FGÖ Datengrundlagen für die wissensbasierte Umsetzung und Weiterentwicklung seiner laufenden Arbeit (z. B. durch Bürgerbeteiligung, Erhebungen des Gesundheitsförderungspanels, systematische Stärkung der Aus- und Weiterbildung oder Evaluation), und sie unterstützten die Wirksamkeit, strukturelle und thematische Weiterentwicklung sowie den nationalen und internationalen Austausch. Auch Themen, die bisher nicht prioritär vom FGÖ bearbeitet wurden, wie bspw. die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit oder Gesundheitsförderung und (Primär-)Prävention im Gesundheitswesen werden im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung aufgegriffen. Damit rücken auch neue Zielgruppen, wie bspw. Angehörige der Gesundheitsberufe, stärker in den Fokus, und Co-Benefits des Gesundheitswesens in andere Politikbereiche greifen die konzeptionelle Erweiterung des Health for All Policies (HfAP)-Ansatzes proaktiv auf.

Auf der Grundlage dieser Synergien kann das Zusammenspiel von Forschung, Praxis und Politik, das für die Förderung der öffentlichen Gesundheit entscheidend ist, in besonderer Weise gestärkt werden. Durch enge Zusammenarbeit und Kommunikation können wissenschaftliche Erkenntnisse in umsetzungsorientierte Maßnahmen mit hohem Wirkungspotential und nachhaltige Strategien umgesetzt werden, die die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessern.

Das Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung der Agenda fungiert dabei für den FGÖ als Innovationstreiber. Es hat zum Ziel, gesundheitsbezogene Herausforderungen der Zukunft zu beleuchten und tauscht sich über innovative Maßnahmen und Beispiele guter Praxis aus. Durch die Beteiligung der Bevölkerung sowie von Expertinnen, Experten und Stakeholdern soll Gesundheitsförderung gemeinsam neu gedacht, stärker positioniert und in den verschiedenen Politik- und Gesellschaftsbereichen nachhaltig verankert werden.

Der FGÖ arbeitet auf unterschiedlichen Ebenen mit den drei Kompetenzzentren der Agenda Gesundheitsförderung zusammen. Die konkreten Kooperationen werden in den jeweiligen Arbeitsprogrammen definiert.

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Der FGÖ bringt sich aktiv in Gremien, nationale Strategien und Arbeitsgruppen ein.

Die Beteiligung am Gesamtprozess der Gesundheitsziele Österreich wird im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen fortgesetzt, ebenso die Zusammenarbeit mit den Gremien der Zielsteuerung Gesundheit, insbesondere zur Österreichischen Gesundheitsförderungsstrategie.

Der FGÖ wird die Nationale Strategie „Gesundheit im Betrieb“ und die im Rahmen des österreichischen Gesundheitsziels 1 priorisierten Maßnahmen (sogenannte BGM-Strategie) gemeinsam mit den nationalen Kooperationspartner:innen weiterentwickeln und ihre Umsetzung aktiv unterstützen.

Der FGÖ ist in regelmäßigem Austausch mit dem Netzwerk aks austria, stimmt sich aktiv mit den Gesundheitsförderungseinrichtungen der Bundesländer beziehungsweise den Landesgesundheitsförderungsfonds ab. Mitarbeiter:innen des FGÖ beteiligen sich aktiv unter anderem an der Arbeit folgender Gremien, nationaler Strategien und Arbeitsgruppen: aks austria, Beirat psychische Gesundheit, Diabetesstrategie, Expertengremium SUPRA (Suizidprävention Austria), Kompetenzgruppe „Entstigmatisierung“, Fachgruppe Public Health, Lenkungsausschuss Netzwerk Gesunde Städte Österreichs, Nationale Ernährungskommission (NEK), Österreichisches Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung, Plattform der Österreichischen Demenzstrategie, Strategischer Lenkungsausschuss Nationales Zentrum Frühe Hilfen. Das dort von Expert:innen generierte Wissen sowie das Systemwissen werden in andere relevante Netzwerke weitergetragen.

Der FGÖ bringt sich darüber hinaus aktiv in folgende Gremien ein: Arbeitsgruppe „Sektorkopplung Mobilität und Gesundheit“, Nationale Arbeitsgruppe Gehen, Kompetenzgruppe Körperliche Aktivität, Bewegung, Sport der Österreichischen Gesellschaft für Public Health.

Der FGÖ ist Mitglied in der NEK und in der NEK-Arbeitsgruppe Gemeinschaftsverpflegung sowie in der NEK-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit. Der FGÖ ist im Programmlenkungsausschuss von REVAN (Richtig essen von Anfang an) vertreten.

Der „Dialog gesund & aktiv altern“ wird in Zusammenarbeit mit dem BMSGPK und dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger fortgesetzt.

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Der FGÖ nutzt seine Mitgliedschaften in internationalen Organisationen (z.B. EuroHealthNet, IUHPE, HEPA Europe) zur Reflexion der Gesundheitsförderungsaktivitäten in Österreich. Er bringt im Sinne von Wissenstransfer und Capacity Building Themen, Wissen und Vorbilder von der internationalen Ebene in die Weiterentwicklung nationaler Aktivitäten und Strategien in Österreich ein.

Seit 2023 ist der FGÖ Mitglied im Executive Board vom EuroHealthNet und arbeitet an der Entwicklung der Jahres- und Arbeitsprogramme mit. Er organisiert Austauschtreffen zu spezifischen Themen, die den Wissenstransfer zwischen nationaler und internationaler Ebene sicherstellen sollen. Dabei werden insbesondere zentrale gesellschaftliche Herausforderungen in den Blick genommen, wie die Auswirkungen des Klimawandels, der demographische Wandel oder die fortschreitende Digitalisierung vieler Lebensbereiche. Der FGÖ bewirbt den Newsletter „Internationale Gesundheitsförderung”, der vom KoZuG herausgegeben wird. Der FGÖ steht internationalen Organisationen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten und Ressourcen auch als zentraler Ansprechpartner für Gesundheitsförderung in Österreich zur Verfügung und berät internationale Partnerorganisationen zur Entwicklung von (Förder-)Programmen und Strategien, zur Erstellung von Tools oder zur Entwicklung von Fort- und Weiterbildungsprogrammen.