Entwicklung eines praxisorientierten Curriculums für die Weiterbildung entlang der Qualitätsstandards für die stationäre KJH

Im Jahr 2019 wurden die auf Initiative von FICE Austria und in Kooperation von 19
Organisationen entwickelten „Qualitätsstandards für die stationäre Kinder- und
Jugendhilfe“ einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Die Standards beruhen auf der
Überzeugung, dass allen Kindern und Jugendlichen in stationärer Betreuung grundsätzlich
das Recht auf eine höchstmögliche und vergleichbare Betreuungsqualität zusteht.
Die gelingende bundesländerübergreifende Umsetzung dieser Standards in die
Praxis hängt dabei wesentlich von den Haltungen, Wissensbeständen und
Handlungskompetenzen der betreuenden Fachkräfte ab. Die bestehenden
Ausbildungen qualifizieren jedoch zu einem geringen Ausmaß praxisorientiert und
spezifisch für die stationäre KJH und zeichnen sich darüber hinaus durch hohe
inhaltliche Uneinheitlichkeit aus. Die FICE hält die Ergänzung der
Ausbildungshintergründe von Fachkräften durch eine Weiterbildung entlang der
entwickelten Qualitätsstandards für unabdingbar. Denn erst damit kann eine
vergleichbare Qualität in der Betreuung in stationären Einrichtungen und damit
eine einheitliche gesundheitsförderliche Rahmung der Weiterbildungsziele
tatsächlich gewährleistet werden. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit
Weiterbildungsanbietern und Vertreter*innen der KJH ein praxisorientiertes
Curriculum zur Weiterqualifizierung von Fachkräften speziell für die stationäre
KJH zu entwickeln. Dabei sollen die stationäre KJH als gesundheitsförderliches
Setting gestärkt werden, indem bei der Erarbeitung des Curriculums Gesundheitsförderung
als Querschnittsmaterie einbezogen wird.

Das Projekt wird im Zeitraum von Jänner 2021-Juni 2022 in Kooperation mit Vertreter*innen von Weiterbildungsanbietern, KJH-Einrichtungen und -Behörden umgesetzt.
Die Entwicklung der Module erfolgt in einer Arbeitsgruppe, dem Curriculumszirkel, bestehend aus
Fachkräften der stationären KJH sowie aus Expert*innen von
Weiterbildungsanbietern. In einer parallel dazu arbeitenden Praxisgruppe werden
mit Expert*innen die erarbeiteten Inhalte der Module didaktisch aufbereitet. Darüber
hinaus wird ein „Soundingboard“ bestehend aus Entscheidungsträger*innen und
Expert*innen der KJH eingerichtet, dessen zentrale Aufgabe in Feedback besteht.