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Projekte der Initiative Auf gesunde Nachbarschaft!

InitiativeWissen & Tools 

In allen vier bereits abgeschlossenen Phasen von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ haben es Projektteams in ganz Österreich geschafft, zusammen mit den Menschen vor Ort gemeinschaftliche, gesundheitsfördernde Aktivitäten zu initiieren, soziale Teilhabe für möglichst viele zu ermöglichen und Impulse für lebendige Nachbarschaften zu setzen.

Projekte der aktuellen Phase V

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  • Projektträger: Caritasverband der Erzdiözese Salzburg
  • Bundesland: Salzburg
  • Schwerpunkt(e): Netzwerkarbeit

Das Projekt zielt darauf ab, quartiersbezogene Caring Communities durch ein Netzwerk aus freiwillig Engagierten, sozialen Einrichtungen und lokalen Akteurinnen und Akteuren in den Salzburger Stadtteilen Maxglan und Taxham aufzubauen, welches – angepasst an die Bedürfnisse einsamkeitsbetroffener älterer Menschen – niederschwellige Angebote identifiziert und wohnortnah umsetzt.

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  • Projektträger: Caritas der Erzdiözese Wien - Hilfe in Not und FH Joanneum
  • Bundesland: Wien
  • Schwerpunkt: Peer-to-Peer-Ansatz („Buddies“)

Durch Schulung und Begleitung von Buddies und die Umsetzung von gesundheitsfördernden Gruppenaktivitäten sollen durch dieses Projekt eine altersfreundliche und gesundheitsfördernde Caring Community für ältere Frauen, insbesondere mit Migrations- oder Fluchtbiografie, im 22. Bezirk in Wien geschaffen sowie soziale Teilhabe, psychosoziale Gesundheit und Selbstwirksamkeit gestärkt werden.

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  • Projektträger: PVE Diakonissen GmbH
  • Bundesland: Steiermark
  • Schwerpunkt: Peer-to-Peer-Ansatz („Buddies“)

Ausgehend von der Primärversorgungseinrichtung (PVE) wird mit diesem Projekt der Aufbau eines unterstützenden Freiwilligennetzwerks sowie die Förderung der (digitalen) Teilhabe und Chancengerechtigkeit von Menschen im Alter (55+) durch partizipativ entwickelte Angebote angestrebt.

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  • Projektträger: Verein NachbarschaftsKultur
  • Bundesland: Niederösterreich
  • Schwerpunkt: Netzwerkarbeit

Das Projekt sieht vor, bestehende Strukturen in drei ländlichen Regionen (31 Gemeinden) systematisch zu vernetzen, die Eigeninitiative älterer Menschen sowie deren soziale Teilhabe durch Begegnungsräume, aktive Teilhabe sowie den Austausch zwischen professionellen und ehrenamtlichen Akteurinnen und Akteuren im Rahmen von Care-Räten zu stärken.

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  • Projektträger: Amt der Stadt Dornbirn
  • Bundesland: Vorarlberg
  • Schwerpunkt: Netzwerkarbeit & Peer-to-Peer-Ansatz („Buddies“)

Im Rahmen dieses Projekts soll das nachbarschaftliche Miteinander in der Wohnanlage Gasserpark (eine Wohnanlage für Menschen 55+) mittels Buddy-System und regelmäßiger Treffpunkte gefördert werden, um den Bewohnerinnen und Bewohnern eine aktive (und nachhaltige) Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

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  • Projektträger: Styria vitalis und Diözese Graz Seckau
  • Bundesland: Steiermark
  • Schwerpunkt: Netzwerkarbeit & Peer-to-Peer-Ansatz („Buddies“)

In vier Gemeinden der Obersteiermark (Eisenerz, Kapfenberg, Leoben und Trofaiach) sollen lokale Präventionsnetze aufgebaut und durch digitale Anwendungen (Plattform, Apps) sowie ein Buddy-System ergänzt werden, um Einsamkeit und Isolation im Alter entgegenzuwirken.

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  • Projektträger: Institut für Konfliktforschung
  • Bundesland: Wien
  • Schwerpunkt: Netzwerkarbeit & Peer-to-Peer-Ansatz („Buddies“)

Im Rahmen des Projekts werden die partizipative Entwicklung und nachhaltige Verankerung einer Vernetzungsstruktur mit Stakeholdern sowie eines Buddy-Systems von und für ältere LGBTIQ-Personen ab 60 Jahren angestrebt.

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  • Projektträger: Fachhochschule Kärnten - gemeinnützige Gesellschaft mbH und Diakonie de la Tour
  • Bundesland: Kärnten
  • Schwerpunkt: Netzwerkarbeit & Peer-to-Peer-Ansatz („Buddies“)

Im Rahmen dieses Projekts soll mit systematischer Netzwerkarbeit sowie dem Einsatz von Buddies die soziale Teilhabe älterer Menschen verbessert werden, wobei dabei die Implementation und Begleitung von Round Tables als Beteiligungsformat und ehrenamtlichen Unterstützungsstrukturen im Fokus stehen.

Die Projekte der Phasen I bis IV

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„Auf gesunde Nachbarschaft!“ startete 2022 mit dem Schwerpunkt Gesundheit für Generationen in die vierte Phase. Neun Projekte stellten das gesundheitsfördernde Potenzial guter Nachbarschaften in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Die Ziele

Mit „Gesundheit für Generationen“ verfolgte das Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung das Ziel, maßgeblich zum gesunden Alter(n) in Gemeinden, Städten und Regionen beizutragen und dabei insbesondere

  • Impulse zu setzen, um positive Bilder des gesunden und aktiven Alter(n)s in der Bevölkerung zu verankern und Gemeinden und Städte zu generationenfreundlichen Settings zu entwickeln, die auf Anliegen und Gesundheitsbedarfe unterschiedlicher Altersgruppen eingehen und das Miteinander der Generationen fördern.
  • gesundheitliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Sinne der „Gesundheitlichen Chancengerechtigkeit“ zu reduzieren und Angebote zu schaffen, die für alle Menschen – insbesondere für vulnerable (z. B. von Armut oder Einsamkeit betroffene bzw. gefährdete) Personengruppen – zugänglich und relevant sind.

Zwei Prioritäten – neun Projekte

Die aktuellste Phase der Initiative „Auf gesunde Nachbarschaft!“ verfolgte zwei Prioritäten

  1. Caring Communities
  2. Partizipations- und generationenfreundliche Städte und Gemeinden

Diese neun Modellprojekte bildeten das Herzstück von „Auf gesunde Nachbarschaft!“: 

Auch in dieser vierten Phase waren die Projekte in ein umfassendes Begleitprogramm (z. B. Vernetzungstreffen, Austauchformate, inhaltliche Impulse, Kommunikation) eingebunden.

 

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Im Mittelpunkt der dritten Phase von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ standen die Gesundheitsförderung, Gesundheitskompetenz und Chancengerechtigkeit älterer Menschen in Nachbarschaften. Ältere Menschen sind häufiger als andere Personengruppen von Einsamkeit und gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen und können daher von funktionierenden Nachbarschaftsnetzwerken, die Unterstützung und ein gutes Miteinander bieten, besonders profitieren.

Struktur der Initiative

Um die Gesamtziele der Initiative zu erreichen und auf unterschiedlichen Ebenen (Bund, Länder, Regionen und Gemeinden) wirksam werden zu können, war auch in der dritten Phase ein enges Zusammenspiel der verschiedenen Arbeitsbereiche notwendig:

Der Fonds Gesundes Österreich war für die Konzeption und Steuerung der Initiative zuständig, setzte wichtige Teilbereiche (z. B. Kommunikation) mit Unterstützung des Begleitteams um, koordinierte die verschiedenen Partner:innen, war wichtigster Fördergeber der Projekte in den Bundesländern sowie Schnittstelle zum Expertinnen- und Expertenbeirat und Auftraggeber der Evaluation.

Die Projekte

In fünf Bundesländern (Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Vorarlberg und Wien) wurden insgesamt sieben Projekte umgesetzt. Die Projektteams entwickelten innovative Maßnahmen zur gesundheitsfördernden Teilhabe und zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz älterer Frauen und Männer in Regionen, Stadtteilen, Gemeinden und Nachbarschaften. Durch kontinuierliche Kommunikation und regelmäßige Treffen wurde der Wissenstransfer zwischen den Projektteams gewährleistet.

Die folgenden sieben Projekte wurden in Phase III umgesetzt:

Die sieben Projekte entwickelten und testeten eine Vielfalt von Aktivitäten und Methoden für mehr gesundheitsfördernde Teilhabe von älteren Menschen in Nachbarschaften. In unserer Toolbox geben wir einen Einblick in viele dieser Tools.

Außerdem haben wir auf dieser Sonderseite eine ganze Reihe von Produkte aus den Projekten der Phase III für Sie zusammengestellt, damit Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt der Ergebnisse verschaffen können. Sie finden die Produkte aber auch bei den jeweiligen Projektbeschreibungen.

Evaluationsergebnisse

Die Phase III von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ wurde in drei Wellen evaluiert.

  • Startphase (Jänner 2019 bis Oktober 2019)
  • Zweite Phase (Februar 2020 bis Jänner 2021)
  • Dritte Phase (Februar 2021 bis Dezember 2021)

Die Evaluationsberichte (jeweils in zwei Fassungen) finden sich im untenstehenden Downloadbereich.

Nach Abschluss der Phase III wurde auch eine Nachhaltigkeitsstudie durchgeführt. Die Management Summary dieser Nachhaltigkeitsstudie steht ebenfalls im Downloadbereich für Sie bereit.

Im Leitfaden „Aus der Praxis für die Praxis“werden wichtige Lernerfahrungen aus der dritten Phase zusammengefasst.

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Die Phase II der Initiative „Auf gesunde Nachbarschaft!“ (2014–2018) startete mit einer Einladung zur Projekteinreichung. Anders als in der ersten Phase wurden für diesen Call zwei Zielgruppen definiert, die mit der Initiative und ihren Projekten erreicht werden sollten, nämlich:

  • Ältere Menschen
  • Schwangere und Familien mit Kleinkindern
     

Warum diese beiden Zielgruppen?

Der Fonds Gesundes Österreich wählte für die zweite Phase der Initiative diese beiden Schwerpunktzielgruppen aus, weil beide Gruppen ganz besonders von gut funktionierenden Nachbarschaftsnetzwerken profitieren können:

Schwangere und Familien mit Kleinkindern befinden sich in einem neuen Lebensabschnitt, der von spezifischen Herausforderungen und Umbrüchen (z. B. neue Familiensituation, Karenzzeit, weniger Sozialkontakte) geprägt ist. Schwangere Frauen und Familien so zu stärken, dass Kindern von Anfang an ein gesundes Aufwachsen möglich ist, ist ein besonders wichtiges Anliegen der Gesundheitsförderung. Nachbarschaftliche Netzwerke können hier eine wichtige Rolle spielen.

Aber auch ältere Frauen und Männer können von funktionierenden Netzwerken besonders profitieren: Sozialkontakte und Unterstützung bei Bedarf stärken das Wohlbefinden und helfen dabei, länger aktiv und gesund zu bleiben.

Innerhalb dieser Zielgruppen sollten vor allem sozial benachteiligte Menschen mit den Aktivitäten angesprochen werden.

Die 11 Leitprojekte

In dieser Phase von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ ging es darum, die soziale Teilhabe und Unterstützung der beiden Hauptzielgruppen – Schwangere und Familien mit Kleinkindern / ältere Menschen – zu fördern. Die Leitprojekte setzten nicht nur Impulse für gesundheitsfördernde Aktivitäten in Gemeinden und Stadtteilen und begeisterten die Teilnehmer:innen für diese Aktivitäten; sondern sie sensibilisierten auch lokale und regionale Entscheidungsträger:innen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die (gesundheitliche) Bedeutung von positiven sozialen Beziehungen, trugen zu einer Vernetzung der verschiedenen relevanten Akteurinnen und Akteure im kommunalen Setting bei und informierten die Öffentlichkeit über das Thema „Nachbarschaften und Gesundheit“.

Das Herzstück von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ bildeten also praxisorientierte Projekte, die sich dem Thema „Nachbarschaften“ widmeten. Dazu gehörten die 11 Leitprojekte einerseits und die Gemeindeprojekte, die in der Förderschiene „Kommunale Projekte – Gemeinsam gesund in…“ gefördert wurden, andererseits. Die 11 Leitprojekte wurden in insgesamt sieben Bundesländern durchgeführt. 

Leitprojekte für die Zielgruppe „Ältere Menschen“:

Leitprojekte für die Zielgruppe „Schwangere und Familien mit Kleinkindern“:

Die externe Evaluation der Projekte zeigte den Nutzen und Wirkungen der Leitprojekte (und der gesamten Initiative) und ihr Potenzial für Nachhaltigkeit.

Die Lernerfahrungen aus der Phase II von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ wurden im Handbuch „Aus Erfahrungen lernen“ zusammengefasst, v. a. um Projektplaner:innen und -umsetzer:innen bei der Entwicklung und Umsetzung von gesundheitsfördernden Projekten im kommunalen Setting zu unterstützen.

Die Evaluationsberichte und das Handbuch „Aus Erfahrungen lernen" finden Sie im untenstehenden Downloadbereich.

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In der ersten Phase von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ (2012–2014) wurden zwei Modellprojekte durchgeführt: eines

In beiden Regionen wurde mit Mikroförderungen gearbeitet, um die Bewohner:innen dazu zu motivieren, Kleininitiativen für gesunde Nachbarschaften zu starten.

Die Projektumsetzer:innen der NÖ Dorf- und Stadterneuerung im Waldviertel und des Vereins für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) in Linz unterstützten die Initiatorinnen und Initiatoren bei der Planung und Umsetzung ihrer Nachbarschaftsinitiativen. Aber sie boten nicht nur konkrete Hilfe (z. B. Informationsgespräche, Fortbildungen) und kümmerten sich um das Einreich- und Bewertungsverfahren, mit dessen Hilfe die Vergabe der Mikroförderungen organisiert wurde, sondern sorgten auch für Treffpunkte und Vernetzungsangebote, machten lokale und regionale Öffentlichkeitsarbeit und organisierten Aktionen und Veranstaltungen.

Nachbarschaft ist Viel(e)

Die Themenvielfalt der Nachbarschaftsinitiativen, die von Privatpersonen oder lokalen Institutionen getragen wurden, ist groß und reicht von Bewegungsangeboten (z. B. Yoga, Wanderungen, Sportfest) über verschiedene Formen von Geselligkeit (z. B. Nachbarschaftsfest, Gesundes Frühstück) und Kooperationsprojekten (z. B. organisierte Nachbarschaftshilfe, Bau- und Bepflanzungsprojekte) bis hin zu ganz unterschiedlichen sozialen Angeboten in Stadt und Land (z. B. intergenerative Projekte).

Die Projektträgerschaft beruhte auf der Idee des Tandems: Die lokal verankerten Organisationen (NÖ Dorf- und Stadterneuerung und VSG) verantworteten die operative Umsetzung der Projekte, in gesundheitsbezogenen Fragen wurden sie von der niederösterreichischen Initiative „Tut gut!“ bzw. von PROGES (damals: Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit PGA) begleitet und unterstützt.

Die Initiativen zeigten, dass der Begriff „Nachbarschaft“ von den Bewohnerinnen und Bewohnern der beiden Modellregionen durchaus umfassend verstanden wurde und dass es eine ganze Reihe von inhaltlichen und methodischen Ansatzpunkten gibt, unterstützende und gesundheitsfördernde Nachbarschaften (mit-) zu gestalten.

Evaluationsergebnisse

Die erste Phase von „Auf gesunde Nachbarschaft!“ wurde extern evaluiert:

Die inhaltsanalytische Auswertung von insgesamt 75 Projektanträgen für Mikroförderungen wurde vom Evaluationsteam unter anderem zu zwei Begriffswolken verarbeitet. Die beiden Wortfelder – die Häufigkeit der Nennung eines Begriffs wirkte sich auf die Größe der Darstellung aus – zeigen durchaus Unterschiede: Bei den Anträgen aus dem Linzer Projekt zeigt sich eine größere Vielfalt der Begriffe, außerdem spielten „Gemeinschaft“, „Nachbarn“, „Informieren“ oder „Kennenlernen“ eine wichtige Rolle, wohingegen in den Waldviertler Projektanträgen „Gemeinschaft“ – der meistgenannte Begriff –, „Gespräche“, „Generationen“, „Integrieren“ und „Feiern“ besonders häufig genannt wurden wurden.

Die Evaluation der beiden Modellprojekte zeigte jedenfalls, welche Aspekte der „Auf gesunde Nachbarschaft!“-Modellprojekte sich positiv auf das Nachbarschaftsnetzwerk und das soziale Engagement der Teilnehmer:innen auswirkten:

  • vermittelnde Situationen und Personen als Anstoß und Andockmöglichkeiten
  • (konsumfreie) Treffpunkte und Möglichkeiten für Austausch und gemeinsame Aktionen
  • gemeinsame Problemlagen, Aufgaben und Ziele erkennen und gemeinsam angehen
  • Erfolge darstellen und sichtbar machen (z.B. auf der Website, bei Veranstaltungen)