Nachhaltigkeit in der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Der FGÖ unterstützt die Nachhaltigkeit von Betrieblicher Gesundheitsförderung im Förderschwerpunkt 2021 zum Thema Betriebliche Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung, Gesundheitskompetenz und faire Gesundheitschancen. Im Förderschwerpunkt können Betriebe von weiterführenden BGF-Projekten gemäß dem Arbeitsprogramm 2021 des Fonds Gesundes Österreich einreichen.

Information zum Förderschwerpunkt 2021 - "BGF in der Arbeitswelt 4.0": Digitalisierung, Gesundheitskompetenz und faire Gesundheitschancen

Bedingt durch den Wandel in der Arbeitswelt sind unter dem Schlagwort „Arbeit 4.0“ neue sektorenübergreifende  Veränderungen der Arbeitsformen und -verhältnisse (u. a. technischer Fortschritt, Digitalisierung, Flexibilisierung) und ihrer Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.

Der Fonds Gesundes Österreich fokussiert daher das Thema „Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in der Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung, Gesundheitskompetenz und faire Gesundheitschancen“ in der Projektförderung 2020 und möchte damit zur Entwicklung innovativer Zugänge in der Auseinandersetzung mit den neuen Herausforderungen und in der Folge zur Nachhaltigkeit des Themas in Betrieben beitragen.

Auf welchen Entwicklungen wird aufgebaut?

Der FGÖ stellt das Thema „BGF in der Arbeitswelt 4.0“ seit 2018 in den Fokus der Projektförderung. Damit soll die Entwicklung innovativer Zugänge unterstützt werden, die sich mit den neuen, durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt aufkommenden Herausforderungen auseinandersetzten. Um zur Nachhaltigkeit des Themas in Betrieben beizutragen, wurden seither Betriebsprojekte unterschiedlicher Branchen und Betriebsgrößen nach internationalen Qualitätskriterien mit inhaltlichem Fokus auf Digitalisierung und Chancengerechtigkeit gefördert, begleitend dokumentiert und übergreifend evaluiert. 

Die Ergebnisse und die aus den Projekten hervorgegangene Beispiele bewährter Projektpraxis sind im Praxisbuch „Betriebliche Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt 4.0“ (Lang, 2020) zusammengefasst. Bewährte Ansätze, Maßnahmen, Instrumente sind hier zusammengefasst.

Unter dem Begriff „Arbeit 4.0“ werden unter anderem neue Dynamiken hinsichtlich Arbeitsumgebung, -prozessen und -klima verstanden (sog. „New Ways of Working“). Für Betriebe und innerbetriebliche Akteurinnen und Akteure (z. B. Führungskräfte, Mitarbeitende, Präventivdienste) ergeben sich u. a. neue gesundheitliche Fragestellungen, neue Medien und Zugänge, die in BGF-Konzepten in der Arbeitswelt 4.0 berücksichtigt werden sollten.

Wie kann man den Bedürfnissen unterschiedlicher Zielgruppen dabei gerecht werden?

Aus diesem Grund müssen Fragen der Zielgruppenorientierung in der Umsetzung der BGF besonders Rechnung getragen werden. Sie verlangt eine konsequente – und zwar über alle BGF-Projektphasen hinweg – Berücksichtigung der arbeitsbedingten Anforderungen und Ressourcen und die Angebote sollen auf das Gestaltungsprinzip „faire Gesundheitschancen“ ausgerichtet sein.

In diesem Zusammenhang erfährt auch das Thema Gesundheitskompetenz immer mehr an Bedeutung. Gesundheitskompetenz stellt eine Grundvoraussetzung für Gesundheit und Chancengerechtigkeit dar, weil sie Menschen dabei unterstützt, gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen der BGF sollte die Fragestellung adressiert werden, wie Betriebe auf dem Weg zu einer gesundheitskompetenten Organisation unterstützt werden können.

Welche Betriebe können einreichen?

Vorrangig werden Betriebe mit BGF-Gütesiegel gefördert, insbesondere jene, die sich mit den Veränderungen in der Arbeitswelt durch die Maßnahmen in der COVID-19-Pandemie (Flexibilisierung, Entgrenzung der Arbeit, z.B. durch Telearbeit o.Ä.) und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten befassen. Die Projekte  müssen auf den Ergebnissen des Praxisbuchs „BGF in der Arbeitswelt 4.0“ (Lang, 2020) aufbauen. Zudem können Betriebe einreichen, die bereits in der Vergangenheit in der FGÖ-Förderschiene „Betriebliche Gesundheitsförderung“ mittels einer Förderung unterstützt wurden und das BGF-Pilotprojekt abgeschlossen haben.

Auch für Nachhaltigkeitsprojekte gilt, dass Entwicklungsprojekte, die aktuelle Herausforderungen aus den Bereichen Klimawandel und demographische Entwicklung aufgreifen, als besonders förderwürdig eingestuft werden. Von einer Förderung ausgeschlossen sind Betriebe, die bereits im Rahmen des BGF-Projektcalls 2018 oder des BGF-Förderschwerpunkts 2019 und 2020 unterstützt werden bzw. wurden.

Förderfähig sind jegliche österreichische Betriebe unabhängig ob gewinnorientiert oder gemeinnützig.

Welche Projekte können eingereicht werden?

Es können Projekte von Betrieben gefördert werden,

  • die ein qualitätsgesichertes BGF-Nachfolgeprojekt sowohl nach den Leitprinzipien der Luxemburger Deklaration (ENWHP, 1997. Luxemburger Deklaration zur Betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union. Europäisches Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung) als auch den 15 Qualitätskriterien des Österreichischen Netzwerks BGF umsetzen möchten.
  • die ein BGF-Pilotprojekt abgeschlossen haben, d. h. sich hinsichtlich BGF in der Nachhaltigkeitsphase befinden.

Die eingereichten Projekte sollen – bezogen auf die jeweilige Ausgangssituation und die Rahmenbedingungen des Unternehmens – folgende Aspekte in der Planung und Umsetzung berücksichtigen:

Hinweis: Seitens des FGÖ wird schon in der Vorprojektphase bei der Konzipierung des Projekts ein Erstkontakt angeboten. Hiermit können erste Interessensbekundungen bzw. angestrebte Methoden abgeklärt werden.

Welche Fristen und Termine gibt es?

Die Projektanträge können laufend ab dem 01.01.2021 jedoch bis spätestens 31. Dezember 2021 beim FGÖ eingereicht werden.

Ansuchen um Förderung erfolgen ausschließlich über das Antragstool dem FGÖ-Projektguide . Dazu benötigen Antragssteller/innen entsprechende Zugangsdaten (Benutzername, Passwort) über die FGÖ-Kontaktdatenbank. Für Förderansuchen im Rahmen des Förderschwerpunkts 2020 muss ein „neues Projekt“ angelegt werden. Unter „Neues Projekt beantragen“ wird der „Titel des Projekts“ unter Verwendung der Kategorie „BGF Arbeitswelt 4.0“ und der Name der zugeordneten Organisation (Betrieb) angegeben.

Der FGÖ-Projektguide kann jederzeit im Vorhinein zur Planung des Projekts unter Berücksichtigung der Förderbedingungen verwendet werden.

Neben dem Projektkonzept werden Angaben zum antragsstellenden Betrieb (Antragsteller/in) benötigt und es muss ein Projektbudget (Gesamtprojektkosten) kalkuliert werden. Das Antragsformular ist den Anforderungen des Förderschwerpunktes angepasst, das heißt, neben den Pflichtfeldern gibt es optionale Felder.

Bei der Einreichung des Förderantrags ist besonders zu beachten, dass

  • alle (verpflichtenden) Antragsfelder unter Berücksichtigung der entsprechenden Fragestellungen und Hilfestellungen/Vorlagen ausgefüllt und ggf. Dokumente hochgeladen werden müssen,
  • der ausgefüllte Förderantrag über das Feld „einreichen“ (roter Button) elektronisch an den FGÖ übermittelt wird und
  • ein Förderantrag erst vollständig eingereicht ist, wenn das ausgefüllte und rechtsgültig firmenmäßig unterschriebene Unterschriftenblatt postalisch oder als elektronischer Anhang (in PDF-Format) einer E-Mail (fgoe@goeg.at) an den FGÖ übermittelt wurde.

Wie ist der Ablauf eines Förderprojekts?

Übersicht: Ablauf eines Förderprojekts

  1. Erstkontakt mit FGÖ : telefonisch oder per E-Mail
  2. Einreichung Antrag + Unterschriftenblatt: laufend ab 01.01. bis 31.12.2021
  3. FGÖ-Begutachtung & Förderentscheid: Begutachtungszeitraum 3 – 4 Monate
  4. Fördervereinbarung (unterzeichnet v. Fördernehmer/in und FGÖ)
  5. Auszahlung der 1. Teilrate: nach Retournierung der Fördervereinbarung (30 Tage)
  6. Controllingbericht, Endbericht + Endabrechnung
  7. Auszahlung der Restrate: nach Abnahme des Controlling- und Endberichts sowie d. Endabrechnung

Welches Budget steht zur Verfügung?

Die Fördersumme pro antragstellendem Betrieb beträgt maximal € 25.000,00. Die Anträge können laufend ab dem 01.01.2021 eingereicht werden. Die Projektdauer beträgt zwischen 12 und 24 Monaten. Das beantragte Umsetzungsprojekt kann mit folgendem Förderpaket unterstützt werden:

Die Personalkosten des internen Projektleiters/der internen Projektleiterin sind bis zu einem Betrag von max. € 11.600,00 förderbar.

Maßnahmen können bis zu einem Betrag von max. € 8.000,00 gefördert werden. Bei der Förderung von Maßnahmenkosten ist folgendes zu beachten:

  • Konkret förderbar sind Workshops, Kurse und Seminare zu projektrelevanten Themen, wie beispielsweise Gesundheitskompetenz, Kommunikation und Teamkultur, Zeit- oder Stressmanagement, Chancengerechtigkeit, Resilienz, gesunder Lebensstil.
  • Die Übernahme von Kosten für Infrastrukturanschaffungen und Anschaffungen von Anlagegütern, wie beispielsweise die Gestaltung eines Fitnessraums, eines Ruheraums, Hard- und Software o.ä.m. sind innerhalb dieser Pauschale in der BGF-Förderschiene nicht vorgesehen.
  • In jedem Fall ist jede geplante Maßnahme für die Förderung im Rahmen der Maßnahmenpauschale durch den Fördergeber vor Umsetzung zu genehmigen und spätestens mit dem Controllingbericht ein Maßnahmenkatalog vorzulegen.
  • Für den Controllingbericht müssen die Maßnahmen strukturiert mit Hilfe einer Vorlage am Projektende beschrieben werden.

Zur Unterstützung bei der Durchführung des Projekts wird die externe Projektbegleitung im Rahmen von maximal 3 Beratertagen à € 1.200,00 (max. € 4.000,00 zzgl. € 400,00 Reisekosten) gefördert.

Empfohlen wird eine Selbstevaluation des Projekts (z. B. durch die externe Projektbegleitung unterstützt). Das Grobkonzept für die Evaluation soll bereits im Förderantrag beschrieben sein, die internen Evaluationsprozesse und -ergebnisse sollen in den Controllingbericht einfließen.

Zur Qualifizierung und Kompetenzentwicklung (z. B. einschlägige Fort-/Weiterbildungen aus FGÖ-Seminarprogrammen, einschlägige Konferenzen) innerbetrieblicher Akteurinnen und Akteure stellt der FGÖ einen Betrag von max. € 1.400,00 zur Verfügung.

Übersicht Förderpaket

  • Personalkosten für die interne Projektleitung (andere Personalkosten sind prinzipiell anerkennbar, jedoch nicht förderbar) max. € 11.600,00
  • Maßnahmen und ihre Dokumentation max. € 8.000,00
  • Externe Projektbegleitung, max. 3 Tage à € 1.200,00 zzgl. € 400,00 Reisekosten  max. € 4.000,00
  • Fort-/Weiterbildung zur internen Qualifizierung/Kompetenzentwicklung (z. B. FGÖ-Seminarprogramm „BGF Know-how“ oder „Bildungsnetzwerk“, BGM Academy)  max. € 1.400,00

Summe max. € 25.000,00

Wo bekommen Betriebe weitere Informationen?

Empfohlen wird neben der Kontaktaufnahme mit dem FGÖ auch eine Kooperation mit dem Österreichischen Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung (ÖNBGF) und der jeweiligen BGF-Servicestelle.

Nähere Informationen zum BGF-Förderschwerpunkt 2020 „BGF in der Arbeitswelt 4.0“ erhalten Sie vom
BGF-Team des FGÖ.

Dr. Gert Lang
Gesundheitsreferent BGF, 01/895 04 00-714,
Gert.Lang@goeg.at

Ina Rossmann-Freisling, BA MA
Projektsassistenz, 01/895 04 00-722,
Ina.Rossmann-Freisling@goeg.at

Bettina Grandits, MBA
Fördermanagement, 01/895 04 00-727,
Bettina.Grandits@goeg.at