Visionen, Ziele und Begründung der Programmlinie "Gesundes Aufwachsen – PsychoSOZIALE Gesundheit von Kindern und Jugendlichen"

Inhaltsverzeichnis
Visionen
 
  • Die Bedingungen für Kinder und Jugendliche in ihren verschiedenen Lebenswelten und Lebensphasen sind generell gesundheitsfördernd und unterstützen gesundheitliche Chancengerechtigkeit.
  • Die Settings schaffen die Voraussetzung für die psychosoziale Gesundheit und unterstützen Ressourcen wie einen positiven Umgang mit Konflikten, Diversität, Gesundheitskompetenz und Selbstwirksamkeit.
Ziele
 
  • Die relevanten Akteurinnen/Akteure in den Settings, vor allem in pädagogischen und familiären Stützsystemen, verfügen über Wissen, Können und Motivation, um zur Förderung der psychosozialen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beizutragen.
  • Relevante Settings und Stakeholder wurden dafür gewonnen, selbst aktiv zu werden bzw.Ressourcen beizutragen, und Partnerschaften sind etabliert. 

Begründung

Kinder und Jugendliche verdienen besondere Beachtung, da in der frühen Lebensphase die Grundlage für eine gesunde Lebensweise und lebenslange Gesundheit gelegt wird. Ungleichheiten in den Gesundheitschancen in der frühen Kindheit können sich in Ungleichheiten im Erwachsenenalter, auch den Gesundheitszustand betreffend, fortsetzen (z. B. KiGGS-Studie, Kinder-und Jugendgesundheitssurvey 2014).

Fast ein Drittel der österreichischen Schülerinnen und Schüler der in der HBSC-Studie untersuchten Altersgruppe (11-17 Jahre) berichtet, in den letzten Monaten Opfer von Bullying geworden zu sein. Psychische Gewalt unter Kindern und Jugendlichen in Form von Bullying kann negative Folgen auf die Lebensqualität bis ins Erwachsenenalter haben. Unmittelbare Konsequenz für die Opfer von Bullying ist ein erhöhtes Risiko für Depression und Angstzustände.

Die Ergebnisse der Österreichischen MHAT-Studie weisen darauf hin, dass jede/r fünfte Jugendliche von einem psychischen Problem betroffen ist (Philipp et al. 2014). Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status weisen ein nachteiligeres Gesundheitsverhalten als andere Jugendliche auf (Candace C. et al. 2012; Ramelow D. et al. 2012).

Junge Arbeitnehmer/innen zeigen gegenüber Gymnasiastinnen/Gymnasiasten ein deutlich riskanteres Gesundheitsverhalten und verfügen insgesamt über geringere Gesundheitschancen. Die Phase der „Lehrzeit“ stellt einen gesundheitsrelevanten Abschnitt im Leben von Jugendlichen dar, der von umfassenden persönlichen und beruflichen Veränderungen begleitet wird. Die Ausbildungsorte von Lehrlingen stellen daher eine zentrale Lebenswelt dar, in der es nicht „nur“ um das Erlernen eines Berufes, sondern meist auch um zentrale Erfahrungen in Bezug auf soziale Kompetenzen, soziale Spielregeln und Lebenserfahrungen geht. (Scharinger 2015)

 

Die genannten Quellen finden Sie im Literaturverzeichnis.